Welcome

IMG_0697 copy
Manche Blogs haben all das Glück.

Geschrieben in Erwachsenenbildung | Kommentare aus

Nicht die Bohne

Sie übernachteten in einem kleinen Zeltlager unweit der Plantage. Mittags wenn die Touristen kamen, hatten sie ihren Infotisch längst aufgebaut. Sie erklärten den Leuten, dass die Kaffeebohne, botanisch gesehen gar keine Bohne ist, sondern ein Samen. Sie verteilten Flyer über die Arbeitbedingungen vor Ort und informierten über die verschiedenen Kaffee-Siegel. Nette Touristinnen luden sie in Ihr Zelt zum Tee ein.

Geschrieben in Weekend | Keine Kommentare

Mirinda Orfei

Mirinda Orfei liebte diese Termine. Sie trug ein minziges Oberteil aus Zahnseide. »Uncirque your Life – Entzirkusse dein Leben.« Zuerst erklärte sie dem Publikum, wie sie sich mühsam das Jonglieren abgewöhnte. Später entfremdete sie sich von Ihren Raubkatzen, sie traute sich kaum noch in den Käfig. Die Schnurrbarthaare der Katzen wuchsen immer länger. Den Sturz eines Trapezkünstlers auf Youtube sah sie sich dutzende Male an.

Jahrelang hatte Sie sich als Verkäuferin für Terrakottagefäße durchgeschlagen. Als »Schlangenfrau« quälte sie ihren Körper dutzende Male in die Amphoren hinein, nur um den Absatz anzukurbeln. Das gelang aber nur in den Badeorten an der Küste. Touristen sahen Sie in den Tontöpfen verschwinden und kauften dann mediterran gestaltete Wandfliesen mit Zahlen darauf. »Eine 5 und eine 0, bitte. Haben Sie auch ein kleines “b”«? Unterwegs in einem Lieferwagen auf einer Insel im Mittelmeer.

Ihr damaliger Freund sammelte Prospekte von Sportwagen und stapelte diese zwischen den Strafzetteln auf dem Armaturenbrett. Unvergessen auch Mirandas Projekt: “Die Stadt kommt in den Zirkus” in der Carmargue. Heute steht diese Siedlung leer, sie wird vom französischen Militär für Übungszwecke genutzt.

Fotos: Erich Linkheu

Geschrieben in Erwachsenenbildung | Keine Kommentare

Better Moon

In den 70er war Discomusik so beliebt, dass es bei der NASA Pläne gab den Mond in eine Discokugel zu verwandeln. Riesige Metallfolien, nur wenige Mikrometer dünn, sollten den Mond in einen gigantischen Spiegel verwandeln. US-Militärs wollten mit einer Atomexplosion den Mond zum rotieren bringen.

Geschrieben in Discothèque | Keine Kommentare

Don´t Lie To Me, Teppich!

“Wir waren für vier Jahre in einem Tretlager der Armee In Bad Kötzting. An den Wochenenden mussten wir die toten Teppiche aus den Fenstern hängen, es war eine elende Plackerei.

Helens Photo zeigt einen der wenigen Höhepunkte aus dieser Zeit. Eine Großmolkerei hatte unseren damaligen Leibkoch Radomil als Testimonial für Tsaziki (abweichende Schreibweise: Zaziki) auserkoren. Radomil war zwar Bulgare und kannte Tsaziki eigentlich als Tarator. Aber das war uns egal, wir suchten nur einen Grund zu feiern.

Das Photo wurde vor dem Fest im Casino aufgenommen. Mit dem Beamer warfen wir Grafiken an die Wand. Die zeigten Tanzpaare als Schattenriss, dazu wurde der Name des Tanzes entsprechend der Musik eingeblendet: Discofox, Rumba, langsamer Walzer, usw. So wusste jeder Bescheid, was zu tanzen war.

Ich konnte an diesem Wochenende allerdings nur kurz mitfeiern. Früh am Sonntag fuhr ich ins ungarischen Pécs um dort eine Kleinpflasterplastik vor dem Vaserely-Museum fertigzustellen. Eine Art abstraktes Relief, mit verschiedenen Licht- und Schatteneffekten, je nach Sonneneinstrahlung und Standpunkt des Betrachters.”

Hopo Manoush, 2011 / Photo: Helen Kurichi

Geschrieben in Discothèque,Erwachsenenbildung,Home Stories | Keine Kommentare