Don´t Lie To Me, Teppich!

“Wir waren für vier Jahre in einem Tretlager der Armee In Bad Kötzting. An den Wochenenden mussten wir die toten Teppiche aus den Fenstern hängen, es war eine elende Plackerei.

Helens Photo zeigt einen der wenigen Höhepunkte aus dieser Zeit. Eine Großmolkerei hatte unseren damaligen Leibkoch Radomil als Testimonial für Tsaziki (abweichende Schreibweise: Zaziki) auserkoren. Radomil war zwar Bulgare und kannte Tsaziki eigentlich als Tarator. Aber das war uns egal, wir suchten nur einen Grund zu feiern.

Das Photo wurde vor dem Fest im Casino aufgenommen. Mit dem Beamer warfen wir Grafiken an die Wand. Die zeigten Tanzpaare als Schattenriss, dazu wurde der Name des Tanzes entsprechend der Musik eingeblendet: Discofox, Rumba, langsamer Walzer, usw. So wusste jeder Bescheid, was zu tanzen war.

Ich konnte an diesem Wochenende allerdings nur kurz mitfeiern. Früh am Sonntag fuhr ich ins ungarischen Pécs um dort eine Kleinpflasterplastik vor dem Vaserely-Museum fertigzustellen. Eine Art abstraktes Relief, mit verschiedenen Licht- und Schatteneffekten, je nach Sonneneinstrahlung und Standpunkt des Betrachters.”

Hopo Manoush, 2011 / Photo: Helen Kurichi

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(Es) Muss Die Musik Sein

Arturo Onyx gilt als Erfinder des Release & Catch (R&C) Angelns. Die Fische, die auf Caroline Island bei Starkregen vom Himmel fallen, werden in buntes Krepppapier eingewickelt und nehmen so Farbe an. Später werden die Fische im Meer ausgesetzt. Nach einer gewissen Zeitspanne, die je nach Ehrgeiz des Anglers zwischen wenigen Minuten und ein paar Jahren betragen kann, wird versucht die Fische wieder einzufangen. Bisher gelang dies nur einem Angler: Saykam Phommmachhanh, ein laotischer Bienenzüchter, der im September 1997 bei Arturo zu Besuch weilte, fing einen Fächerfisch, der vier Jahre zuvor ausgesetzt worden war. Der Fisch trug klar erkennbar die Krepppapier-Färbung von 1993, ein kräftiges Orange.

Arturo fragte in seinem Tagebuch: Kann ein Laternenfisch einen Mondfisch beleuchten? Kann sich der Mondfisch dabei ganz langsam um die eigenen Achse drehen? Wenn es dann zur Aufführung kommt, oder gar eine Tournee daraus wird, macht es dann nicht Sinn einen Kofferfisch mitzunehmen?

Photo: Erich Linkheu

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